19. Juli 2019

Die NASCAR Whelen Euro Series gastierte erstmals in Osteuropa am Autodrom Most und zog gleich mehr als 20.000 Zuschauer in ihren Bann. Mitten drin: Justin Kunz aus Deutschland. Der Dexwet-DF1-Fahrer gehört zu den Toppiloten der ELITE-2-Division 2019 und will bis zum Schluss eine Chance auf den Titel haben.

Doch bevor die Teams und Fahrer auf die Strecke durften, gab es am Donnerstag einen ganz besonderen Programmpunkt, den Kunz sehr genossen hat: Die EuroNASCAR-Fahrzeuge wurden von der Polizei über öffentliche Straßen auf einen Festplatz in der Innenstadt von Most eskortiert, wo hunderte NASCAR-Fans auf ihre Idole warteten. „Die Parade am Donnerstag war für uns ein toller Start ins Wochenende“, sagt Kunz.

Das eigentliche Rennwochenende in Most begann am Freitag mit den Freien Trainings, in denen Kunz den Grünen Tiger mit der Startnummer 99 auf Herz und Nieren testete. „Ich habe in Most bereits vorher getestet und einen Sieg im Prototypen eingefahren. Die Strecke liegt mir wirklich sehr gut“, so die Einschätzung von Kunz vor den Rennen. Im ersten Training landete der Rennfahrer aus Appenweier auf Platz neun.

„Das erste Training war ganz okay“, so Kunz. „Dennoch mussten wir aufgrund der neuen Teile, die in der Saison 2019 zum Einsatz kommen, das Setup weiter anpassen. Wir hatten zuvor hier mit dem alten Kit getestet.“ Das zweite Training war etwas durchwachsen, weil die Fahrer der Startnummer 99 mit einem Leistungsverlust zu kämpfen hatten. „Da gab es Probleme mit dem Zündverteiler und außerdem mussten wir den Vergaser nachjustieren, aber danach lief der Chevrolet Camaro richtig rund. Vielen Dank ans gesamte Team für die tolle Leistung!“

Am Samstag ging es dann in das Qualifying: Kunz zeigte in Q1 eine starke Leistung und qualifizierte sich auf Rang sieben für die Superpole. „Das Auto lief richtig gut“, sagt Kunz, der sich im Jahr 2019 immer für die zweite Qualifyingsession, in der es um die Pole-Position geht, qualifiziert hat.

„In der Superpole hatten wir nicht viel Zeit: In der ersten Runde habe ich einen kleinen Verbremser gehabt“, berichtet Kunz. „In der zweiten Runde war ich in den ersten beiden Sektoren richtig schnell, aber dann war die Strecke vor mir dreckig, weshalb ich vom Kurs abgekommen bin.“ Letztendlich qualifizierte sich der Dexwet-Df1-Fahrer auf Platz zwölf.

Im ersten Rennen legte er dann eine fulminante Aufholjagd hin. Nach 14 Runden überquerte Kunz die Ziellinie auf Platz fünf. Es war bereits das zweite Top-5-Resultat für Kunz im Jahr 2019. „Ich bin auf Platz fünf vorgefahren, das war richtig stark“, sagt er. „Ich wäre natürlich gerne aufs Podium gefahren, aber ich bin zufrieden mit der Leistung.“

Ins zweite Rennen startete Kunz in seinem „richtig schnellen“ Chevrolet von Platz fünf. Jedoch kam früh die Ernüchterung: Nach einem Kontakt mit Andre Castro musste Kunz eine Durchfahrtsstrafe absitzen. Trotzdem gab Kunz niemals auf! Er fuhr in seinem Dexwet-DF1-Chevrolet bis auf Platz zehn vor und sicherte sich so sein sechstes Top-10-Ergebnis in Folge.

„Das war natürlich Schadensbegrenzung, weil es nicht so gelaufen ist, wie wir es uns erhofft hatten“, sagt Kunz. „Die Durchfahrtsstrafe war sehr unglücklich und hat den ganzen Plan zunichte gemacht. Aber dennoch habe ich bewiesen, schnell zu sein und darauf können wir aufbauen. Jetzt freue ich mich auf das Rennen in Venray.“

Kunz liegt in der Meisterschaft auf Platz fünf mit 54 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Giorgio Maggi. Am 13. und 14. Juli steht das einzige Ovalrennen der NWES-Saison 2019 am Raceway Venray in den Niederlanden auf dem Programm. Es ist eine Strecke, die Kunz aus seiner Vergangenheit bereits sehr gut kennt.

(Foto: Michael Großgarten)
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