Nach dem sagenhaften Ergebnis auf dem Tours Speedway, wo Kunz sein allererstes Top 3-Ergebnis erzielte, wird er nun NASCAR-Geschichte schreiben: Am 26. August wird Justin Kunz im kanadischen Carlington am Rennen der amerikanischen Truck-Serie (dem Chevrolet Silverado 250 im Canadian Tire Motorsport Park) teilnehmen. Damit ist der 21-Jährige nach Alexander Müller erst der zweite Deutsche, der ein Rennen in der 3. NASCAR-Liga bestreiten wird.

„Es ist ein Traum, der für mich in Erfüllung geht. Ein unbeschreibliches Gefühl, dass es jetzt wirklich stattfindet. Ich habe seit Tagen ein Dauergrinsen im Gesicht“ so der strahlende Newcomer. Er wird am Steuer des zweiten Chevrolet Silverados (Startnummer #0) von Jennifer Jo Cobb Racing sitzen wird.

Überhaupt möglich gemacht wurde der Start nicht nur durch Spenden- und Sponsorengelder aus dem Umfeld von Kunz, sondern auch durch Teambesitzerin Cobb selbst. Kunz erklärt: “ Es ist einfach nur unglaublich. Ich werde alles geben, um so weit wie möglich nach vorne zu fahren. Jennifer glaubt an mich und will mir diesen Traum erfüllen. Ich danke ihr und all meinen Unterstützern, die mir auf dieser tollen Reise helfen“.

Cobb, die ebenfalls am Rennen teilnehmen wird, scherzt im Vorfeld: „Meine größte Herausforderung wird es sein, Justin zu erklären, wie teuer unsere Karosserieteile sind, selbst wenn sie nur minimal beschädigt werden“. Die 45-jährige Amerikanerin aus Kansas City hat in den vergangenen 17 Jahren 164 Truck-Rennen bestritten. Kunz habe „auf und abseits der Strecke alles“, um in Mosport erfolgreich zu sein. „Würde ich nicht an ihn glauben, hätte ich ihn nicht zu diesem Rennen eingeladen.“

Kunz wird schon eine Woche vor dem Rennen zur Sitzprobe in die USA reisen. Er freut sich auf die Tage, die er vor dem Rennen mit Cobb und ihrem Truck-Team verbringen wird. „Ich werde ganz ohne Druck starten und versuchen, das Beste aus dieser Möglichkeit zu machen. Mir ist es auch wichtig, dort Kontakte zu knüpfen, um etwas Größeres aufzubauen.“

Der Deutsche wandelt nun auf den Pfaden seiner Euro-NASCAR-Kollegen, die es ebenfalls aus Europa in die USA geschafft haben. Während Alon Day sowohl im NASCAR-Cup als auch in der Tuck- und Xfinity-Serie Gaststarts absolviert hat nahmen Anthony Kumpen und Anthony Gandon an Rennen der Xfinity-Serie teil. Kunz ist damit der vierte Pilot der NASCAR-Euroserie, der einen Start in einen der drei großen NASCAR-Ligen hinlegen wird. Aktuell startet Kunz für Racing Total in der NASCAR-Euroserie, wo er sowohl in der ELITE-1- als auch ELITE-2-Meisterschaft teilnimmt. Derzeit ist er 15. in der NASCAR Euro ELITE 1 Division und 11. in der ELITE 2 Division.

Justin Kunz mit Jennifer Jo Cobb (Foto©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard)

Das vergangene Rennwochenende in Tours, Frankreich, war ein ganz besonderes für Justin Kunz. Dank der guten Arbeit von allen im Team stand ihm während der Oval World Challenge ein Spitzen-Auto zur Verfügung, mit dem er im Elite 2-Qualifying bereits auf Platz 3 landete. Ein sehr gutes Omen, denn auch wenn es ein sehr anstrengendes Wochenende war, das ihm alles abverlangte – bei 35 Grad Außentemperatur und bestimmt 70 Grad im Autoinnern —gab es am Samstagabend Grund zum Feiern: Im Samstags-Rennen der Elite 2 fuhr Kunz nämlich zum ersten Mal in NASCAR aufs Podium! So oft stand der Youngster schon kurz davor und wurde von unglücklichen Bedingungen davon ferngehalten. Aber dieses Mal wurde er endlich für die ganzen Strapazen entlohnt: er landete auf dem zweiten Platz! Und ist somit der erste Deutsche, der in der NASCAR auf dem Podium steht. Der Knoten ist endlich geplatzt!

„Ich bin meinem Team sehr dankbar für diesen Glücksmoment, den ich wirklich mal gebraucht habe. Alles ist möglich und so wird es früher oder später auch den ersten Sieg geben“ äußerte sich Kunz glücklich und voller Hoffnung nach diesem tollen Erfolg.

Im Sonntag-Rennen der Elite 2 war Kunz dann leider abermals in einen Crash verwickelt, durch den sein Differential in Rauch aufging und er keinen Vortrieb mehr hatte. Aber das Positive überwiegt dieses fast magische Wochenende deutlich. Nun lockt ein Angebot für ein Rennen der 3. Nascar-Liga in der USA, welches am 26. August 2018 auf dem Canadian Tire Motorsports Park stattfinden wird. Um dieses Angebot annehmen und dort starten zu können, benötigt der Appenweierer 30 000 Euro. Justin Kunz hofft nun auf die Unterstützung und Hilfe zukünftiger Sponsoren.

 

Foto @Regina Riedel

In der Karriere jedes aufstrebenden Rennfahrers gibt es wohl Phasen, in denen einfach nichts laufen will. In dieser Lage sah sich auch Justin Kunz wieder, wenn man die bisherige Saison betrachtete. Eine Saison, die bisher unter keinem so guten Stern zu stehen scheint.

Vergangenes Wochenende ging es für Kunz und sein Team nach England, zum großen American Speedfest auf dem Brands Hatch Circuit. Am Freitag, gleich zu Beginn des Trainings, trat ein Problem mit der Lenkung auf. Dieses konnte das Team erst zum Ende der 3. Trainings-Session beheben, was letztendlich dazu führte, dass Kunz nur noch in der vierten (und letzten) Trainings-Session lediglich ein paar wenige Runden fahren konnte. Es blieb also im Vorfeld sehr wenig Zeit für ihn und das Team, um das Auto perfekt abzustimmen, geschweige denn vernünftig einzustellen.

Bedingt durch dieses nicht optimale Setup konnte man im Qualifying am Samstagvormittag lediglich Startplatz 23 in Elite 1 sowie Startplatz 11 in Elite 2 herausfahren. Und der ging durchwachsen weiter, dieser Samstag. Im ersten Elite 1-Rennen blieb durch einige Safety-Car-Phasen wenig Zeit zum Überholen; das Resultat hiervon war Platz 16. Im nachfolgenden Elite 2-Rennen brach bereits nach wenigen Runden etwas am Schaltgestänge, wodurch der Driver nicht mehr in den 3. und 4. Gang schalten konnte. Dieses Rennen war somit gelaufen.

Auch am Sonntag wurde man von der fehlenden Trainingszeit vom Freitag gnadenlos wieder eingeholt, weshalb Kunz auch im zweiten Elite 1-Rennen wieder nur auf Platz 16 kam. Und da er ja am Tag davor das erste Rennen wegen dem gebrochenen Schaltgestänge nicht beenden konnte, musste er ins zweite Elite 2-Rennen von relativ weit hinten (von Platz 26) starten. Nun gab es erfreulicherweise einen ersten, kleinen Lichtblick, denn trotz der schlechten Startposition gelang es Kunz, bis zum Schluss noch auf Platz 12 vorzufahren.

Sein Kämpfergeist ist ihm durch diese unglücklichen Vorfälle natürlich nicht abhandengekommen. Die Unterstützung seines Teams, seiner Fans und seiner Freunde ermutigt ihn, weiter zu kämpfen und voller Zuversicht in Richtung Oval World Challenge zu blicken, die am 30. Juni und am 1. Juli 2018 in Tours stattfinden wird.

Foto@Achim Wilhelm

Am vergangenen Pfingstwochenende ging es im Autodromo di Franciacorta in Italien für Justin Kunz ums Ganze: er durfte in beiden Klassen an den Start gehen. Das bedeutete, dass er zwei Rennen in der Elite 1 (Profis) und zwei Rennen in der Elite 2 (Nachwuchs) zu meistern hatte.

Zunächst hätte dieses Wochenende nicht besser beginnen können, denn die schnellste Trainingsrunde ging auf das Konto von Kunz. Der Plan für das weitere Qualifying stand also fest: nämlich das zu wiederholen, was man am Vortag geschafft hatte. Die Priorität lag auf der Elite 2; dies bedeutete, dass man im Elite 1 Qualifying die guten Reifen „sparen“ wollte und deshalb nur von Platz 19 startete. Um im nur 8 Minuten dauernden Elite 2 Qualifying eine möglichst freie Runde zu erwischen, fuhr Kunz als Erster aus der Box. Wieder auf Start bzw. Ziel angekommen fuhren – bedingt durch eine Verzögerung – immer noch die letzten Fahrer aus der Boxengasse, sodass Kunz langsameren Verkehr vor sich hatte und die guten Reifen nicht voll ausschöpften konnte. So wurde es nur Startplatz 10.

Das Samstagsrennen der Elite 1 begann mit einem Kontakt gleich in der Startphase, wodurch der Ford Mustang von Justin umgedreht und der vordere linke Reifen beschädigt wurde. Glücklicherweise hat der Reifen jedoch noch bis zum Schluss gehalten. Am Ende des Feldes ging es weiter für den Appenweierer, der noch auf Position 13 landete. Das Elite 2 Rennen am Samstagnachmittag lief ohne große Vorkommnisse ab, Kunz wurde 8.

Am Sonntagmorgen ging es für Kunz in das zweite Rennen der Elite 2. Der Start verlief soweit reibungslos, aber das Unglück sollte erst in Kurve drei seinen Lauf nehmen: Um einem querstehenden Fahrzeug auszuweichen kam das gesamte Feld sehr eng zusammen; somit bescherte ein Hintermann Kunz einen platten Hinterreifen. So musste die #46 für einen Radwechsel an die Box und war am Ende des Feldes. Was dann kam, war eine Aufholjagd bis auf Position 7. Das darauf folgende Elite 1 Rennen musste Kunz am Sonntag aufgrund der limitierten Reifenanzahl und der zwei Reifenschäden mit zwei älteren Slicks bestreiten. Da Kunz bedingt durch die älteren Reifen mit weniger Grip zu kämpfen hatte, sah er erneut die karierte Flagge als Nummer 13.

„Wenn du mit einem Reifenschaden zur Box musst, hast du hier schon so gut wie verloren. Die Jungs von meiner Mannschaft haben aber einen klasse Job gemacht. Ich habe dann einfach alles gegeben um sie wenigstens ein bisschen glücklich zu machen. Es war einfach ein Mega-Rennen!“ äußerte sich Justin nach dem Rennen über die Geschehnisse.

Wer gerne einmal live dabei sein möchte, der sollte sich schonmal den 14. – 16. September vormerken, denn dann findet das American Fan Fest auf dem Hockenheimring statt.

 

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Justin Kunz wird auch im kommenden Jahr in der NASCAR Whelen Euro Series an den Start gehen. Ab der Saison 2018 tritt der junge Deutsche dann beim deutschen Team von Racing Total an.

Wie Teamchef Hubertus Heyman über die sozialen Netzwerke verlauten ließ, ist eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem 20-jährigen aus Appenweier geplant. Für Kunz wird die Euro NASCAR 2018 die dritte Saison in der Serie werden, nachdem er zuvor bei CAAL Racing und PK Carsport an den Start ging.

Man plant zudem den Einsatz eines zweiten Wagens, die Fahrerfrage ist hier aber noch offen. Nach dem Debüterfolg für die Mannschaft beim Saisonfinale 2017 im belgischen Zolder möchte man an die guten Auftritte des vergangenen Jahres anknüpfen und Kunz helfen, den Sprung nach ganz vorne zu schaffen.

Justin zu seinem Teamwechsel: „Ich bin sehr glücklich darüber, nächstes Jahr mit den Jungs rund um Racing Total zusammenarbeiten zu können. Eine komplett deutsche Mannschaft zu haben macht natürlich auch das Arbeiten abseits der Strecke wesentlich einfacher. Auch hoffe ich dadurch auf bessere Chancen bei der Sponsorensuche. Ich kann es kaum abwarten, wieder im Auto zu sitzen und freue mich auf das, was kommt.“

 

Racing Total #46
©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Racing-Total Chevy
19. Oktober 2017

EuroNASCAR Saisonfinale in Zolder – Starker Auftritt von Justin Kunz bleibt unbelohnt

Justin Kunz ging voller Hoffnung in das Saisonfinale des europäischen NASCAR-Ablegers im belgischen Zolder am vergangenen Wochenende. Die Top 5 in der Gesamtwertung lagen noch in Reichweite und ein Platz auf dem Podest war als Ziel auserkoren. Zum Start ins Rennwochenende musste Kunz seine Ambitionen allerdings etwas zurückschrauben.

In den freien Trainings reichte es nur zu den Plätzen 10 und 9. Der 20-jährige aus dem badischen Appenweier war mit dem Fahrverhalten seiner Startnummer #11 nicht ganz zufrieden, insbesondere das Heck machte beim Anbremsen so seine Probleme. Der Chevrolet vom Team PK Carsport war dadurch immer ein wenig instabil, so dass der deutsche Nachwuchspilot sich auch in der Qualifikation mit Rang 7 zufriedengeben musste.

Eine Hand am Podium

Doch im ersten Rennen des Wochenendes ging es dann deutlich nach vorne. Kunz lieferte eine saubere Fahrt ab und erreichte am Ende den vierten Rang und somit seine beste Platzierung in der Saison. Das Podium verpasste er lediglich um den Hauch von 0,786 Sekunden. Nach einer späten Safety Car-Phase machte Kunz Druck auf den vor ihm fahrenden Franzosen Paul Guiod. Als er einen Angriff startete, wurde er vom Konkurrenten hinten leicht berührt und musste sich wieder dahinter einreihen. Denkbar knapp geschlagen, musste er auf den abschließenden Saisonlauf am Sonntag hoffen.

Die Nachwuchspiloten der ELITE2-Meisterschaft der Euro NASCAR-Serie sorgten bei ihrem letzten Auftritt in der Saison 2017 dann aber für ein turbulentes Rennen, vor allem in der ersten Kurve behielt nicht jeder einen kühlen Kopf, so dass es hier zu mehr als einer Kollision kam. Kunz konnte seinen Chevrolet durch die Tumulte der Start- und Restartphasen bringen und lag danach endlich auf dem ersehnten Podestplatz.

Mit Rang 3 vor Augen ging der Deutsche auf die letzten Kilometer seines NASCAR-Euro-Rennjahres. Von hinten näherte sich aber Maciej Dreszer, der Pole setzte kurz vor Rennende einen Angriff, den Kunz stark parieren konnte. Danach verlor der Pole bei einem weiteren recht aussichtslosen Überholversuch die Kontrolle über seinen V8-Boliden und räumte Kunz in der letzten Schikane ab. So war der Traum von Podium im letzten Rennen dahin, immerhin brachte er seinen Boliden noch ins Ziel und wurde letztlich als 11. gewertet.

Saisonfazit NASCAR Euro 2017

Die Top 5 verfehlte Kunz am Ende des Jahres in der Gesamtwertung denkbar knapp, lediglich einen einzigen Zähler liegt er hinter der vor dem Rennwochenende avisierten Position. Mit Gesamtrang 6 in der Meisterschaft hat der junge Deutsche aber eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr erreicht, viel Rennpech verhinderte in diesem Jahr ein besseres Abschneiden.

Seine Weiterentwicklung war deutlich sichtbar, so dass wir uns freuen dürfen, Justin Kunz auch 2018 auf seinem Weg in der europäischen NASCAR-Szene weiter zu verfolgen. Alle Anzeichen dafür stehen gut, so bald es hier etwas Neues zu berichten gibt, findet ihr es hier im Blog oder direkt auf seiner Website.

Justin Kunz selber war nach dem verpassten Podest sichtlich enttäuscht, zeigte sich aber dennoch zufrieden mit dem Finalwochenende. „Danke an die Mannschaft von PK Carsport und an all meine Sponsoren und Unterstützer, die diese Saison möglich gemacht haben“, so Kunz, der nichts dagegen hätte, wenn wir die Winterpause jetzt erstmal komplett überspringen würden.

Quelle Text:  racing14.de Copyright Bilder ©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

19. September 2017

Franciacorta 2017

EuroNASCAR Halbfinale 2017 in Franciacorta

Der europäische NASCAR-Ableger ist auf der italienischen Strecke von Franciacorta am vergangenen Wochenende in die Playoffs gestartet. Bei den Semi-Finals gab es erstmals in dieser Saison doppelte Punkte. Dabei machte sich auch unser deutscher Fahrer in der Serie große Hoffnungen.

Justin Kunz hatte hier Anfang September bereits mit seiner Mannschaft von PK Carsport getestet und ging daher gestärkt in das vorletzte Wochenende der Saison 2017. Das machte sich schon in den freien Trainings bemerkbar. Nach dem siebten Rang zum Auftakt schob er sich auf den dritten Platz im zweiten freien Training und war vor dem Qualifying voller Zuversicht.

Die 2,5 km lange Strecke in Franciacorta ist technisch sehr anspruchsvoll, vor allem für die Euro-NASCAR V8-Boliden. In Sachen Setup muss man hier einen Kompromiss finden, um in den engen Ecken und Schikanen des Kurses nicht zu viel Zeit zu verlieren. Doch Kunz kam ordentlich mit der Strecke und seiner Nr. #11 zurecht, so dass er eine Podiumsplatzierung ins Visier nahm.

Zur Zeitenjagd am Samstagmorgen hatte dann aber der Himmel seine Pforten geöffnet und die Hoffnungen auf ein gutes Resultat bekamen einen ersten Dämpfer. Zuerst waren die Fahrer der ELITE1 mit den Boliden auf der Strecke. Da die Teamkollegen des jungen Deutschen lange auf der Piste blieben und erst spät an die Box zum Fahrerwechsel kamen, musste sich der jungen Deutsche am Ende des Feldes einreihen, um eine gute Zeit zu setzen.

Während die ersten Startplätze an die Fahrer gingen, die früh vorneweg fahren konnte, musste Kunz erstmal durch einiges an Verkehr kommen, bevor er kurz vor Ende überhaupt eine passable Zeit setzen konnte. Mit dieser schrammte er knapp an den Top 12 vorbei, die danach in der Superpole die besten Plätze ausfuhren. Kunz musste sich in der Startaufstellung mit Rang 13 begnügen und sein Unterfangen wurde nun natürlich immens schwer, da Überholen auf dieser engen Piste nicht gerade an der Tagesordnung ist.

EuroNASCAR 2017

Rennfrust trotz guter Leistung

Im Gerangel im Mittelfeld beim Rennstart, bei dem es im Feld reichlich unruhig zuging, fiel Kunz zurück auf den 18. Rang. Der Zug nach vorne war da schon längst abgefahren, doch Kunz gab nicht auf. Sukzessive machte er Boden gut, schnappte sich einen Kontrahenten nach dem anderen und lag im Ziel sogar unter den ersten Sechs. Das auch noch mit leicht ramponierter Front, denn als ein langsames Fahrzeug zunächst die Ideallinie freigab und dann aber die Tür wieder schloss, kam es zur Kollision.

Doch auch mit leicht verbogener Front ging der Weg für Kunz weiter nach vorne. Die Freude über die Aufholjagd nahm am späten Abend jedoch ein jähes Ende, als man ihm von Seiten der Rennleitung noch eine 30 Sekunden-Zeitstrafe für eine Berührung in der Startphase aufbrummte.

Kontakt bleibt in der EuroNASCAR nicht aus, von daher war die Entscheidung der Rennkommissare schon überraschend, auch zahlreiche andere Piloten waren betroffen. Von daher konnte Kunz bereinigt am Ende mit dem 9. Rang noch zufrieden sein.

Deutlich ruhiger ging es im Sonntagsrennen dann zu. Schnell hatten sich die ersten Zehn nach dem Start abgesetzt, während Justin Kunz noch mit den Gegnern um sich herum beschäftigt war. Doch mit zunehmender Renndauer kam er immer besser in Fahrt und ging an einigen Konkurrenten vorbei. So kam er diesmal aus dem Mittelfeld erneut auf Rang 9 ins Ziel, was die Rundenzeiten angeht lag er gegen Rennende immer in den Top 5.

Am Wochenende in Italien wäre für Justin Kunz ohne Zweifel mehr drin gewesen, dennoch macht er in der Gesamtwertung jetzt einen Sprung auf Platz 7. Im Oktober im belgischen Zolder gilt es für den Youngster beim Saisonfinale, noch ein gutes Resultat einzufahren und vielleicht unter die ersten Fünf in der Meisterschaft vorzustoßen.

Quelle Text:  racing14.de Copyright Bilder ©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

5. August 2017

Grid Hockenheim EuroNASCAR

Euro NASCAR in Hockenheim – Das Rennwochenende von Justin Kunz

Unser deutscher Nachwuchsfahrer im europäischen NASCAR-Ableger, Justin Kunz, erlebte ein schwieriges Wochenende bei seinem Heimspiel auf dem Hockenheimring. Nervös, aber hoffnungsvoll und voller Vorfreude ging der 20-jährige aus dem badischen Appenweier in die ersten Trainings am Steuer seines Chevrolets mit der Startnummer #11 von PK Carsport.

Der Hockenheimring ist einer der weniger Kurse, auf dem er bereits über Erfahrung verfügt. In der Vergangenheit konnte er an gleicher Stelle in der AvD SportsCar Challenge schon seine Schnelligkeit unter Beweis stellen. Allerdings musste auch Kunz sich an die Besonderheiten der Streckenvariante vom Wochenende im badischen Motodrom gewöhnen.

Man fuhr die IDM-Motorrad-Variante, in der es bereits vor der Spitzkehre eine Abkürzung Richtung Mercedes-Tribüne gibt. Diese Ecke hatte es in sich für die V8-Boliden, eine Bodenwelle machte diese Passage nicht wirklich zur Lieblingsstelle der Fahrer. Im ersten freien Training landete Kunz auf Rang 8, nachdem er sich eingeschossen hatte, steigerte er sich in der zweiten Trainings-Session um eine gute Sekunde und landete auf Rang 4.

Am Samstagmorgen stand bei besten äußeren Bedingungen das Qualifying auf dem Programm, doch Kunz blieb an diesem Morgen das Pech an den Fersen kleben. Erst durch gelbe Flaggen auf einer schnellen Runde eingebremst, danach wurde die Zeit knapp und der Deutsche konnte seinen #11er-Chevrolet in der Sachs-Kurve nicht mehr abfangen und musste durchs Kiesbett. Damit verpasste er die Superpole und musste sich mit Startplatz 14 begnügen – der Youngster war sichtlich unzufrieden.

Motodrom

American Fan Fest Hockenheim für Justin Kunz – unter die Top 6 und unbelohnte Leistung

Im ersten Rennen stand also Schadensbegrenzung von dieser Postion aus an, zumindest das gelang Kunz dann auch. Sukzessive arbeitete er sich nach vorne und konnte den ersten Lauf auf Rang 6 beenden – mehr war an diesem Tag einfach nicht drin. Kunz hatte sich für das letzte Rennen vor der Sommerpause am Sonntag einiges vorgenommen, dieses Mal nahm er von Startplatz 11 das Rennen aus in Angriff.

Angriff war das Stichwort und so machte sich der Youngster zügig auf den Weg nach vorne, allerdings wurde dieses Vorhaben jäh durch die Rennleitung beendet. Der Deutsche erhielt eine Durchfahrtsstrafe, da er sich beim fliegenden Start zu früh aus seiner Grid-Position geschoben haben soll. Er selber empfand den Start als optimal – davon hatte er zudem in der ersten Kurve des Hockenheimrings keinerlei Vorteil, als er sich eingeklemmt sah und die Konkurrenten ziehen lassen musste. Beim Startprozedere geht es um Hundertstelsekunden, diese Entscheidung war eine von mehreren fragwürdigen der Rennleitung an diesem Rennwochenende.

Letztlich blieb ihm aber nur der Weg in die Box, um seine Strafe abzusitzen. Und wenn es schon mal nicht läuft, kommt auch noch Pech dazu. Die Geschwindigkeitsanzeige im Cockpit passte zwar, als er mit geringer Geschwindigkeit durch die Boxengasse fuhr, anscheinend funktionierte diese aber nicht ordnungsgemäß, so dass er hier zu schnell unterwegs war – die Folge: Die nächste Boxendurchfahrt kurz danach aufgrund überhöhter Geschwindigkeit in der Box. Zum Rennende gab Kunz nochmal alles und schnappte sich noch zwei Konkurrenten. Trotz des unglücklichen Rennens war man beim Team von PK Carsport mit dem Deutschen zufrieden – die Zeiten am Sonntag passten und der Youngster hätte unter normalen Umständen ganz vorne mitgespielt.

Dennoch freute sich Justin Kunz über das Rennwochenende der EuroNASCAR in Hockenheim. Viele Fans schauten beim jungen Deutschen vorbei, der bei seinem Heimspiel deutlich mehr im Fokus stand als sonst. Kunz blickt jedenfalls schon wieder nach vorne. Bevor es Mitte September ins italienische Franciacorta geht, wird er mit seiner Mannschaft von PK Carsport noch auf dem neuen Kurs im Kalender testen. In Italien soll dann der Knoten platzen – Justin Kunz hat das Podium weiter fest im Visier.

NASCAR Hockenheim

PS: Der SWR war übrigens auch vor Ort und hat dem jungen Nachwuchsfahrer bei seinem Rennwochenende über die Schulter gesehen – wer den Bericht rund um Justin Kunz und das 1. American Fan Fest auf dem Hockenheimring sehen will, der kann das unter folgenden Links tun:

SWR Aktuell Sendung vom Freitag, 28.07.2017, ab Minute 18:18

SWR Aktuell Sendung vom Sonntag, 30.07.2017, ab Minute 6:39

Hinweis: Die Berichte sind nur ca. eine Woche online: Es gibt dort aber auch die Möglichkeit, die Clips für private Zwecke herunterzuladen.

Quelle Text und Copyright Bilder: racing14.de

20. Juli 2017

justin-kunz.de ist online. Nach und nach werden wir die Seite mit Inhalt füllen. Demnächst gibt es hier alle Infos rund um die Karriere von Justin Kunz, der 2017 in sein zweites Jahr im europäischen NASCAR-Ableger geht. In der NASCAR Whelen Euro Series gibt Justin Gas für das belgische Team von PK Carsport. Also, Stay tuned und Keep Racing!