17. Juni 2019

Das American SpeedFest im britischen Brands Hatch ist das beliebteste Event im Kalender der NASCAR Whelen Euro Series. Gefahren wird der 1,9 Kilometer lange Indy-Kurs der Traditionsrennstrecke, auf der Justin Kunz bereits zum dritten Mal in seiner Karriere vor mehr als 40.000 Zuschauern gestartet ist. Der 21-Jährige hatte gehofft, sich eine gute Position im ELITE-2-Titelkampf zu verschaffen. Trotz eines Rückschlages ist der Titel noch immer zum Greifen nah.

Am Freitag musste das Team rund um dexwet-df1 racing viel am Chevrolet Camaro schrauben, um das Auto zu optimieren. Das Resultat war, dass Kunz im Training nur wenig Zeit im Fahrzeug verbrachte. Die Mannschaft schaffte es, die technischen Probleme zu beseitigen und dem Rennfahrer aus Appenweier ein schnelles Auto zur Verfügung zu stellen.

Das bewies Kunz im Qualifying: In Q1 fuhr der Deutsche auf einen starken dritten Platz. Für die Superpole versuchte das Team noch einmal, die Fahrzeugeinstellungen anzupassen. Der Poker zahlte sich nicht aus, weshalb sich Kunz nur für den zehnten Startplatz qualifizierte.

Im ersten Rennen war er auf Podiumskurs, bis ihm die Rennleitung einen Strich durch die Rechnung machte. Kunz musste wegen eines Fehlstarts eine Durchfahrtsstrafe ableisten. Statt eine sicher geglaubte Podiumsplatzierung einzufahren, musste Kunz eine Aufholjagd starten. Er pflügte durchs Feld zurück in die Top 10 und schnappte sich schlussendlich Platz acht. Es war bereits das vierte Top-10-Resultat des Deutschen in der NWES-Saison 2019.

„Ich bin mit dem Wochenende insgesamt nicht so sehr zufrieden“, so Kunz. „Am Freitag lief das Auto nicht wirklich rund. Das Team hat alles gegeben und den Fehler behoben. Jedoch hat mir deshalb Track-Time gefehlt. Das Qualifying lief richtig gut. Dank den 20 Minuten habe ich die fehlende Zeit aus dem Training aufholen können. Wir haben das Setup verbessert und uns für die Superpole qualifiziert. Die folgenden Anpassungen haben leider nicht gefruchtet, weshalb ich nur auf Platz 10 gelandet bin.“

„Ich musste auf der Außenbahn ins erste Rennen starten, was nicht optimal war“, erklärt der 21-Jährige. „Beim Start musste ich Advait Deodhar ausweichen, der nicht den richtigen Gang gefunden hat. Das hat er mir nach dem Rennen erzählt. Ja, ich habe ihn vor der Linie überholt, aber nur um einen Unfall zu verhindern. Er war wie eine Wand vor mir. Dennoch wurde ich dafür bestraft. Zum Glück habe ich es geschafft, auf Platz acht zu fahren.“

Im zweiten Rennen startete Kunz von Platz elf. Der erfahrene EuroNASCAR-Pilot blieb im Mittelfeld stecken und konnte dem Rennen nicht seinen Stempel aufdrücken. Bei einem Restart kam der Vordermann nicht richtig weg, weshalb Kunz gleich zwei Positionen verlor. Ein Ausweichmanöver war der Grund, weshalb Kunz einen weiteren Platz verlor. Mit Rang 14 wurde zwar nicht das gesetzte Ziel erreicht, aber dennoch holte er wichtige Punkte für die Meisterschaft.

„Im zweiten Rennen bin ich einfach im Verkehr strecken geblieben. Bei einem Restart kam der Vordermann nicht richtig in Schwung, weshalb ich zwei Positionen verloren haben. Ich musste dann noch einem havarierten Fahrzeug ausweichen, was mich eine weitere Position gekostet hat. Deshalb war leider nicht mehr als Platz 14 drin. Dennoch haben wir gute Punkte mit nach Hause genommen. Ich bin noch immer in Schlagweite, um die Mission Titelgewinn erfolgreich zu meistern“

In der Meisterschaft teilt sich Kunz den fünften Platz mit seinem Teamkollegen Lasse Sörensen, der bereits drei Rennen gewonnen hat, und Myatt Snider aus Amerika. Die drei Fahrer haben einen Rückstand von nur 38 Punkten auf Giorgio Maggi, der in Brands Hatch seine Tabellenführung verteidigt hat.

Am 29. und 30. Juni startet die NASCAR Whelen Euro Series am Autodrom Most in der Tschechischen Republik. Es ist das erste Gastspiel des europäischen NASCAR-Ablegers in Osteuropa. „Ich freue mich schon auf das Rennen in Most, weil mir die Strecke sehr liegt“, so Kunz, der bereits eine Testfahrt auf der sehr technischen Strecke absolviert hat. „Ich bin mir sicher, dass wir dort gute Chancen auf wichtige Punkte im Kampf um den Titel haben werden.“

(Foto: Michael Großgarten)
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